Batteriespeicher sind das Rückgrat der Energiewende. Ohne sie – ob als dezentrale Heimspeicher oder große, netzdienliche Anlagen oder als Antriebsbatterien in Elektrofahrzeugen – lässt sich grüner Strom aus Sonne und Wind nicht nahtlos in unser Energiesystem integrieren. Ihre Fähigkeit, Energie flexibel zu speichern und bedarfsgerecht bereitzustellen, macht sie unverzichtbar für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7. Der Forschung und Entwicklung im Bereich der Stromspeicher kommt daher eine enorme strategische Bedeutung zu. Sie sind der Antrieb für Innovationen, die die Effizienz, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit von Energiespeichersystemen stetig verbessern. Die ees Europe, Europas größte und internationalste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme, setzt genau hier an. Als Teil von The smarter E Europe – Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft – bietet sie Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. Vom 7. bis 9. Mai 2025 vernetzen sich in München führende Batterie-Forschungsinstitute mit Unternehmen der Branche, um gemeinsam die Zukunft der Energiespeicherung zu gestalten.
Nach einer gemeinsamen Analyse von Roland Berger und der RWTH Aachen wird die weltweite Nachfrage nach Batteriespeichern um den Faktor 3 zunehmen und 2030 dann bis zu 4,6 Terawattstunden betragen. Die Autoren der Studie verweisen auf die marktbeherrschende Rolle von Herstellern aus Ostasien, vor allem aus China. Die dortigen Überkapazitäten sorgen seit einiger Zeit für einen Preisverfall. Das stelle europäische Produzenten vor große Herausforderungen. Doch gleichzeitig habe Europa das Potenzial, ein wichtiger Akteur in der Batterieherstellung zu werden. Erfolgsfaktoren könnten Innovationen, hochwertige Prozesstechnologien und eine ökologische und nachhaltige Produktion sein.
Die Förderung von Forschung und Entwicklung in der Batterietechnik hat im Jahr 2023 einen schweren Rückschlag erlitten. Damals urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass der Klima- und Transformationsfond der deutschen Bundesregierung, aus dem der Großteil der Fördermittel für diesen Bereich stammte, konsolidiert werden müsse. Fortan standen also keine Fördermittel mehr zur Verfügung. Auch im Jahr 2025 hätten keine neuen Batterieforschungsprojekte mehr gefördert werden können. Doch im Januar hat das zuständige Bundesministerium für Bildung und Forschung 25 Millionen Euro aus anderen Mitteln bereitgestellt, um den Start neuer Projekte möglich zu machen – für viele Beobachter eine dringend notwendige Entscheidung für die Zukunftsperspektiven der deutschen Batterieforschung. Professor Heiner Heimes, Inhaber des Lehrstuhls „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen, kommentierte die Neuigkeit erfreut: „Die Überbrückungsförderung der Batterieforschung ist ein gutes und dringend notwendiges Signal.“ Zugleich mahnte er für die Zukunft Kontinuität und langfristiges strategisches Denken an: „Es muss aber auch allen bewusst sein: Um das Feld nicht etwa den Akteuren aus Asien zu überlassen, muss die neue Bundesregierung so schnell wie möglich zu einer langfristigen Förderstrategie zurückkehren, die eine starke Forschung für leistungsfähige Batterietechnologien ermöglicht und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland sichert. Dafür bedarf es weit mehr als 25 Millionen Euro für vereinzelte Projekte.“ Dafür könnten nach der Regierungsbildung in Deutschland die Weichen gestellt werden: Die Union, die mit Friedrich Merz voraussichtlich den nächsten Bundeskanzler stellen wird, hat sich in ihrem Programm zur Bundestagswahl ausdrücklich zu Batterieforschung und -produktion in Deutschland und Europa bekannt.
Heimes‘ Hochschule, die RWTH Aachen, ist Partner der ees Europe und wird mit einem eigenen Stand im ees Innovation Hub in Halle B0 vertreten sein. Dieser Messebereich bietet Forschungsinstituten, Start-ups und internationalen Unternehmen ein attraktives Umfeld um sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Die ees Innovation Hub Stage ist für Besucher und Aussteller an allen drei Messetagen ein Hot Spot für das Anbahnen neuer Geschäftsbeziehungen. Forschungspartner und Industrie präsentieren und diskutieren ihre aktuellen Projekte und Produkte. Wichtige Branchenthemen rücken dabei in den Fokus, darunter Best of Battery Research, Künstliche Intelligenz in der Batterieproduktion sowie Recycling-Ansätze.
Community- und Networking-Events bilden darüber hinaus einen zentralen Bestandteil des ees Innovation Hubs – darunter Treffen mit den Finalisten und Gewinnern des The smarter E AWARDs. Für informellen Austausch sorgt das Meet-up „Bier um Vier“, während ein eigens eingerichteter Treffpunkt Influencer, Podcaster und TV-Teams zusammenbringt. So wird die Bühne nicht nur zum Wissensforum, sondern auch zum lebendigen Treffpunkt für Austausch und Vernetzung.
An allen drei Messetagen präsentieren und diskutieren hochkarätige Fachleute beim ees Forum (Halle C2, Stand C2.230) die aktuellen Themen der Branche. Das Spektrum reicht von Batteriemärkten über Technologiethemen wie Präsentationen der ees AWARD Finalisten bis hin zu spannenden neuen Anwendungen. Die Vorträge finden teils auf Deutsch, teils auf Englisch statt. Die Teilnahme am Forum ist im Messeintritt enthalten und ohne Anmeldung möglich. Ein Highlight des ees Forums am Donnerstagvormittag, dem 8. Mai 2025: Die Marktführer der internationalen Batteriehersteller – darunter CATL, EVE Energy Storage und Hithium, allesamt als Aussteller vertreten – erläutern ihre Strategien für Europa und den globalen Markt. Moderiert wird die Session von Florian Mayr, Partner bei Apricum – The Cleantech Advisory und ees Europe Conference Chairman. Die ees Europe Conference beginnt bereits einen Tag vor der Fachmesse und ist besonders interessant für C-Level-Manager, Führungskräfte und Entscheidungsträger der Speicherindustrie, der Solarindustrie und der Energiewirtschaft.
Die ees Europe bringt nicht nur die führenden internationalen Batteriezellhersteller zusammen, sondern auch die wichtigsten Speichersystemhersteller. Unternehmen wie Alfen, E3/DC, Fenecon, RCT Power, SAFT, SENEC, sonnen und Tesvolt werden im Mai in München vertreten sein. Bereits zum vierten Mal gibt es außerdem eine Kooperation mit der südkoreanischen Fachmesse InterBattery. Der InterBattery Europe Showcase im Rahmen der ees Europe wird in diesem Jahr ein Schaufenster für die südkoreanische Batterieindustrie und Kontaktbörse für die europäische Automobilindustrie sein. Der Kooperationspartner COEX erwartet rund 200 Unternehmen im InterBattery Europe Gemeinschaftsstand in Halle C3.
Die ees Europe sowie die Parallelveranstaltungen Intersolar Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe finden vom 7. bis 9. Mai 2025 im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, auf der Messe München statt.